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Lutherbibel 1984


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Lutherbibel 1984

Lutherbibel

Geschichte
Die Lutherbibel ist die klassische deutsche Bibelübersetzung und nach wie vor auch diejenige, die hierzulande am weitesten verbreitet ist. Ihre Geschichte reicht zurück bis in die Frühzeit der Reformation: Martin Luther nutzte seinen unfreiwilligen Aufenthalt auf der Wartburg im Winter 1521/22, um das Neue Testament - in der Rekordzeit von nur 10 Wochen - aus dem Griechischen ins Deutsche zu übersetzen. Zwölf Jahre später, 1534 konnte dann die gesamte Bibel in seiner übersetzung erscheinen, an deren Vervollkommnung Luther bis zu seinem Lebensende weitergearbeitet hat.

"Dem Volk aufs Maul sehen"
Berühmt ist ein Grundsatz, den Luther bei seiner Bibelübersetzung angewendet und der zu dem durchschlagenden Erfolg seiner Bibelübersetzung beigetragen hat: Man muß nicht die Buchstaben der lateinischen Sprache fragen, wie man soll deutsch reden, sondern man muß die Mutter im Hause, die Kinder auf der Gasse, den gemeinen Mann auf dem Markt drum fragen und denselbigen aufs Maul sehen, wie sie reden, und danach dolmetschen, so verstehn sie es denn und merken, daß man deutsch mit ihnen redet. (Sendbrief vom Dolmetschen)

Theologische Prinzipien
Ebenso wichtig waren für Luther jedoch die theologischen Prinzipien seiner übersetzung. Als Grundlage für sein Verständnis der Bibel gilt ihm Gottes Heilstat in Jesus Christus. Um dieses möglichst deutlich herauszuarbeiten, hat Luther bestimmte deutsche Worte, in denen sich diese Botschaft ausdrückt, möglichst oft verwendet, auch dort, wo der hebräische oder griechische Wortlaut es nicht fordert: Glaube, Gnade, Trost (durch das Evangelium), predigen (das Evangelium verkündigen). Mit Hilfe dieses Verfahrens läßt Luther die evangelische Botschaft von der Rechtfertigung des Sünders allein aus dem Glauben durch die ganze Heilige Schrift hindurch sichtbar werden.

Bedeutung
Seit der Reformationszeit hat Luthers Bibelübersetzung nicht nur den deutschen Protestantismus und seine Frömmigkeit tiefgreifend geprägt, sondern auch die deutsche Literatur und Sprache aufs nachhaltigste beeinflußt. Bei der Herausbildung einer einheitlichen deutschen Schriftsprache hat sie eine entscheidende Rolle gespielt und darüber hinaus in Sprachschatz und Sprachgebrauch der Deutschen zahlreiche Spuren hinterlassen.
Redewendungen wie Hochmut kommt vor dem Fall (Sprüche 16,18) oder Wer andern eine Grube gräbt, fällt selbst hinein (Prediger 10.8) stammen ebenso aus der Lutherbibel wie Wes das Herz voll ist, des geht der Mund über (Matthäus 12,34). Die deutsche Dichtung ist voll von Zitaten und Anspielungen aus der Lutherbibel; es ist bekannt, wie sehr der junge Goethe seine Sprache an der Bibel Martin Luthers geschult hat, und in unserem Jahrhundert hat Bertolt Brecht die Frage nach seiner Lieblingslektüre so beantwortet: "Sie werden lachen: die Bibel."

Revisionen
Bis gegen Ende des 19. Jahrhunderts war die Lutherbibel in den protestantischen Gebieten Deutschlands das Haus- und Volksbuch schlechthin. Dann haben eine beschleunigte Sprachentwicklung und ein einschneidender Traditionsabbruch dazu geführt, daß die Originalsprache Luthers für immer mehr Menschen immer schwerer verständlich wurde. Damit die Bibel Martin Luthers nicht zum sprachlichen Museumsstück würde, hat die Evangelische Kirche in Deutschland seit dem Ende des 19. Jahrhunderts in mehreren Anläufen versucht, seine übersetzung schonend dem gewandelten Sprachgebrauch anzupassen. Dieser Prozeß ist nach etlichen Zwischenstufen im Jahr 1984 zu einem vorläufigen Abschluß gekommen. In der revidierten Fassung von 1984 stellt die Lutherbibel heute den offiziellen Bibeltext der evangelischen Kirchen dar. Der Großteil der von der Deutschen Bibelgesellschaft verbreiteten Lutherbibeln enthält diesen Text. Darüber hinaus sind auch ältere Fassungen des Luthertextes (Luthers Ausgabe letzter Hand von 1545 sowie die wichtige Revision aus dem Jahre 1912) noch erhältlich.

(Information: Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)


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